MDM-Architekturen

Master Data ... MDM-Architekturen

Stammdaten (Master Data) sind die grundlegenden Unternehmensdaten

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Master Data Management (MDM-) Architekturen
 

Stammdatenmanagement wird häufig softwareseitig durch Stammdaten- oder Stammdatenmanagement-Systeme unterstützt. Ein Stammdatenmanagement-System zeichnet sich dadurch aus, dass es verschiedene Datenquellen vereint und geprüfte Datensätze (Golden Records) in einem Repository zur Verfügung  stellt, auf dem Systeme und Mitarbeiter unternehmensweit zugreifen können. Es wird zwischen verschiedenen Anwendungsarchitekturen unterschieden:
 

Consolidation Hub ... Diese Architektur konsolidiert Stammdaten von verschiedenen bestehenden Datenbank- und Anwendungssystemen in einem einzelnen, die Daten verwaltenden Hub. Dabei werden die Daten transformiert, bereinigt, zugeordnet und dann integriert, mit dem Ziel, einen Golden Record zu schaffen.  Änderungen an den Daten gehen überwiegend von den bestehenden Systemen aus. Es ist ein schreibgeschütztes (read-only) System, wodurch es sich hauptsächlich für analytisches MDM eignet.
 

Registry ... In einer Registry sind anstelle der eigentlichen Datensätze nur eine minimale Anzahl an Attributen zur Identifizierung sowie Referenzen zu der Speicherstelle der verbundenen Datensätze enthalten. Da die Daten in den bestehenden Systemen verbleiben und nur bei Bedarf abgefragt werden, sind die Daten immer aktuell. Somit ist eine perative Umgebung, wo häufig transaktionale Abfragen stattfinden, ein sinnvoller Einsatzort für eine Registry.
 

Zentrales System ... Ein zentrales System, teilweise auch als Transactional Hub bezeichnet, enthält eine komplette Sammlung von Stammdaten. Es ist die maßgebende Datenquelle für einen Stammdatensatz (System of Record) und fungiert als einzige Quelle der Wahrheit für die  Stammdaten (Single Source of Truth). Stammdaten werden von diesem System erstellt, gepflegt, aktualisiert und an die angeschlossenen Systeme verteilt. Werden Änderungen an Daten durchgeführt, werden diese den entsprechenden Systemen oder auch Benutzern mitgeteilt. Es eignet sich sowohl für operationale als auch für analytische und kollaborative Einsatzzwecke.
 

Führendes System ... Bei diesem Ansatz ist ein System als führendes System definiert, das die Stammdaten an andere Systeme verteilt. Die Erstellung der Daten geht vom führenden System aus, die empfangenden Systeme haben allerdings eine redundante Datenhaltung und können den Daten zusätzliche lokale Attribute anfügen. Es eignet sich sowohl für operationale als auch für analytische und kollaborative Einsatzzwecke.
 

Serviceorientierte Architektur (SOA) ... Im Falle einer SOA werden Stammdaten über Dienste an die verschiedenen Systeme bereitgestellt. Über einen Enterprise Service Bus (ESB) werden dabei Lese- und Schreib-Anfragen zwischen den Nutzern von Daten und den Datenquellen vermittelt. Der ESB übernimmt zudem Aufgaben wie Umwandlung von Datenformaten und Protokollen sowie die Einhaltung von Sicherheitsmechanismen. Der Vorteil dieser Architektur ist, dass sie die Geschäftsprozesse abbilden kann und ein hohes Maß an Wiederverwendbarkeit erreicht wird. 
 

Zudem sind hybride Softwarearchitekturen möglich, die mehrere der genannten Architekturen miteinander kombinieren.